Nahverkehrstenderlokomotive der K.P.E.V. Baureihe T 0

Bei der Preußischen Staatsbahn war die Entwicklung der Tenderlok T0 insofern eine Innovation, dass zum ersten mal in Preußen eine Lok mit Verbundtriebwerk gebaut und in Dienst gestellt wurde. Durch die doppelte Dampfdehnung konnten erhebliche Einsparungen im Kohleverbrauch verbucht werden. Die ersten vier Exemplare des Typs T0 wurden mit einem in der Lok integrierten Gepäckraum gebaut. Man erhoffte sich dadurch auf einen Gepäckwagen verzichten zu können, was sich allerdings nicht als richtig herausstellte. Der Stauraum in der Lok war wohl erheblich zu klein, und dennoch war er so geräumig, dass er den Loks den Spitznamen "Omnibuslokomotiven" einbrachte. Es folgte eine weitere Serie von T0ern im Jahr 1883, jedoch hatte man sich inzwischen entschieden, auf den Lokinternen Gepäckraum zu verzichten. Und das war nicht die einzige Abänderungen. Zwar sehen sich die T0er der beiden Serien sehr ähnlich, aber es fallen einige Verschiedenheiten auf. Zum Beispiel stattete man die Loks der zweiten Serie mit sichtbar größeren Zylindern aus. Ein weiterer großer Unterschied: Bei den Loks mit Gepäckraum griff man auf das System der Allan-Trick-Steuerung ( auch als Hubscheibensteuerung bekannt) zurück. Die Loks der zweiten Serie, also ohne Stauraum, verfügen über eine Heusinger-Steuerung. Ein Foto der ersten Serie zu machen blieb mir leider vergönnt.

Bild oben: Ein Exemplar des im Hause Henschel produzierten T0 Typs blieb der Nachwelt erhalten und ist im Technikmuseum Berlin zu besichtigen. Charakteristisch für diese Nassdampf-Einkuppler sind die gleich großen Räder. Eine Lok, bei der Lauf-und Treibräder gleich groß sind gehört zu den Ausnahmen in der Geschichte des Lokbaus.

 

Technische Daten
Höchstgeschwindigkeit 60 Km/h
Leistung k. A.
Dienstmasse

18,2 t (1. Serie)

20,2 t (2. Serie)

Länge über Puffer

8,2 m (1. Serie)

6,4 m (2. Serie)

erstes Baujahr

1880 (1. Serie)

1883 (2. Serie)

Achsfolge 1A

 

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